Die Welt gehört den Neugierigen.
Ich liebe Austern.
Nicht nur ihren Geschmack, sondern auch das kleine Ritual: Zitronensaft darüber, einen Moment innehalten und sich auf etwas einlassen, das nicht jede*r sofort mag.
Vielleicht ist genau das der Female Gaze.
Denn auch er fordert uns auf, Gewohntes für einen Moment beiseitezulegen. Nicht alles so zu sehen, wie wir es immer gesehen haben, sondern neugierig zu werden. Eine andere Perspektive auszuprobieren und den eigenen Blick zu schärfen.
So ging es mir jedenfalls, als ich begann, mich intensiver mit Künstlerinnen zu beschäftigen. Plötzlich tauchten sie überall auf. Alle, die mal schwanger waren kennen das: Überall Babybäuche. Das gilt für alle Geschlechter – selbst bei denen, deren Bauch (einigermaßen) flach bleibt. Auch sie sehen plötzlich Fruchtbarkeit überall. Mein Mann kann das bestätigen.
Der Female Gaze bedeutet für mich deshalb nicht, Männer gegen Frauen auszuspielen. Er bedeutet, genauer hinzusehen und zu fragen, wer erzählt.
Wer wird gezeigt? Wer fehlt? Und welche Geschichten haben wir über Jahrhunderte übersehen?
Und wenn auch du gerne den Female Gaze für dich entdecken oder vertiefen möchtest, dann könntest du dich über einen Bildungsurlaub der VHS Buxtehude eine ganze Woche diesem zu widmen.
The Female Gaze – Kunst neu sehen
16.– 20.11.2026 | Bildungsurlaub
Präsens
Was ist der Female Gaze? Dieser Bildungsurlaub eröffnet neue Perspektiven auf Kunst, Geschichte und Gesellschaft. Von Höhlenmalereien bis zur Performance-Kunst entdecken wir Künstlerinnen, die Kunstgeschichte neu geschrieben haben, besuchen Ausstellungen in Hamburg, Buxtehude und Stade und fragen, wie ein weiblicher Blick unsere Wahrnehmung verändert – in der Kunst und darüber hinaus.
Kursnummer: 26H80020
VHS Buxtehude
240€
Zur Anmeldung geht´s hier.
Fünf Tage lang begeben wir uns gemeinsam auf Spurensuche. Wir begegnen Künstlerinnen, deren Werke lange übersehen wurden, hinterfragen vertraute Erzählungen der Kunstgeschichte und entdecken, wie sich unser Blick verändert, wenn wir andere Fragen stellen. Der Kurs verbindet Kunstgeschichte, Museumsbesuche und Diskussionen – und lebt vor allem von der gemeinsamen Neugier.
Ich freue mich auf alle, die Lust haben, ihren Blick zu erweitern. Und wer weiß: Vielleicht entdecken wir dabei nicht nur neue Künstlerinnen, sondern auch eine neue Art, Kunst zu betrachten.
PS: Austern sind so toll, weil man den ganzen Ozean schmeckt…